Halbjahresrückblick Strommarktmonitoring: Erzeugung durch PV legt weiter zu

Kalender Icon30.07.2026
Newspaper Icon Auswertung

Absolute Erzeugung aus PV steigert sich um 16 Prozent. Anteil der Erneuerbaren auf Rekordniveau.

Die Erzeugung aus solarer Strahlungsenergie nimmt einen immer größeren Einfluss auf den Strommarkt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 stieg die Nettostromerzeugung aus Photovoltaik in Nordrhein-Westfalen von 4,3 TWh auf 5,0 TWh. Dies entspricht einer Zunahme von 16 Prozent. Auch die Erzeugung aus Windenergie legte gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres (6,3 TWh) deutlich zu und erreichte 7,2 TWh (+13 Prozent). Allerdings lag die Stromproduktion damit unter dem Wert des windreicheren zweiten Halbjahres 2025 (7,5 TWh).

Die wichtigsten Energieträger für die Stromproduktion in Nordrhein-Westfalen sind weiterhin Braunkohle (13,9 TWh) und Erdgas (7,8 TWh). Nichtsdestotrotz nimmt die Bedeutung der Erneuerbaren Energien im Strommix weiter zu. Mit einem Anteil von 36 Prozent erreichten sie erneut einen Rekordwert.

Strommix Anteil an Nettostromerzeugung 1. Halbjahr 2026 in NRW aus dem Strommarktmonitoring vom Energieatlas

Strom und Gaspreise: Unter dem Einfluss des Irankriegs

Dass Strom- und Gaspreise von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden, zeigte sich im ersten Halbjahr dieses Jahres besonders deutlich. Mit Beginn des Irankriegs und infolge der Schließung der Straße von Hormus stieg der Gaspreis an der europäischen Energiebörse (EEX Spot) deutlich an. Vom 27. Februar bis zum 19. März verdoppelte sich der Preis nahezu. Anschließend pendelte er sich bei etwa 45 €/MWh ein. Im Januar und Februar lag der Preis noch durchschnittlich bei rund 35 €/MWh.

Die Auswirkungen auf den Strommarkt waren unterdessen kaum spürbar. Windkraft und Photovoltaik konnten den steigenden Gaspreisen im März und insbesondere im April durch eine höhere Stromerzeugung entgegenwirken. Mit durchschnittlich 79 €/MWh (EPEX Spot) wurde im April dieses Jahres der bislang niedrigste Strompreis verzeichnet.

Dass Photovoltaik jedoch auch selbst Schwankungen am Strommarkt verursacht, lässt sich im ersten Halbjahr anhand zweier gegensätzlicher Beispiele verdeutlichen. So traten im April besonders häufig negative Strompreise an der Strombörse auf. Insgesamt belief sich die Summe der negativen Viertelstundenwerte in diesem Monat auf 123 Stunden.

Obwohl im Juni ebenfalls viele Sonnenstunden verzeichnet wurden, zeigte sich ein anderes Bild. Insbesondere während der Hitzewelle am Ende des Monats wurde in den Abendstunden Strom zu besonders hohen Preisen gehandelt. Gleichzeitig konnte ein höherer Nettostromverbrauch beobachtet werden, der vermutlich auf einen gestiegenen Kühlbedarf zurückzuführen ist. Zudem wurde aufgrund der Wetterlage nur wenig Strom aus Windkraft erzeugt, sodass in den Abendstunden mehr als 90 Prozent der Nettostromerzeugung aus fossilen Energieträgern stammten.

Strompreis Ende Juni 2026, hohe Strompreise trotz Hitzewelle und hoher Solareinstrahlung

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