Strommarktmonitoring: Strom- und Gaspreise in aktuellen Krisen
An den Tankstellen wurden Autofahrer:innen bereits kurz nach Beginn des Krieges im Iran mit dessen wirtschaftlichen Auswirkungen konfrontiert. Der Ölpreis an den Märkten war mit Start des Konfliktes am 28. Februar und der Schließung der Straße von Hormus schnell in die Höhe gegangen, was sich wiederum bei den Spritpreisen deutlich bemerkbar machte. Aber wie entwickelten sich im März die Preise für Strom und Gas an den europäischen Märkten? Darauf wollen wir in diesem Einblick in das Strommarktmonitoring einmal genauer schauen.
Nachdem die Gaspreise an der europäischen Energiebörse (EEX Spot) Ende Januar mit bis zu 43 Euro pro Megawattstunde (€/MWh) (Gebotszone Deutschland) im Tagesmittel bis dahin den Höhepunkt im Winter 2025/2026 markiert hatten, sanken sie bis zum 27. Februar stetig auf unter 33 €/MWh. Nach Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar kam es jedoch schnell zu einem deutlichen Anstieg. Mit der Schließung der Straße von Hormus am 2. März wurde der stärkste Preisanstieg verzeichnet. Der Gaspreis stieg innerhalb eines Tages von rund 43 €/MWh auf 56 €/MWh. Das hohe Preisniveau hielt sich auch im weiteren Verlauf des Monats und erreichte seinen Höchstwert am 19. März mit durchschnittlich mehr als 65 €/MWh. Zuletzt wurde Gas zu solchen Werten im Januar 2023 an der europäischen Energiebörse gehandelt.
Strom- und Gaspreise entwickeln sich in der Regel sehr ähnlich. Im März konnte für den Strompreis (Gebotszone Deutschland/Luxemburg) jedoch kein so deutlicher Anstieg festgestellt werden. Das liegt auch daran, dass hier noch mehr Faktoren zum Tragen kommen, wie beispielsweise die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und die Verteilung der Kosten auf mehrere Energieträger. Nichtsdestotrotz konnte gerade zu Beginn des Monats März ein leichter Anstieg des Strompreises verzeichnet werden. Die sehr sonnige Witterung sorgte allerdings auch für eine hohe Stromerzeugung durch Photovoltaik. Dadurch konnte in den Mittagsstunden die Erzeugung aus konventionellen Energieträgern deutlich zurückgefahren werden, was sich wiederum in einem niedrigeren Strompreis widerspiegelte.
Gerade in den Morgen- und Abendstunden, in denen es typischerweise zu den höchsten Nettostromverbräuchen kommt, wurde jedoch weiterhin ein sehr hoher Anteil des Stroms aus konventionellen Energien gewonnen. Das führte dazu, dass sich zu diesen Zeiten besonders hohe Preisspitzen für Strom an den Märkten zeigten. Es ist wahrscheinlich, dass diese durch hohe Marktpreise für Gas und Öl verstärkt wurden. So konnten ab Anfang März deutlich größere Amplituden zwischen Tageshöchst- und Tagestiefstwert festgestellt werden. Insgesamt sind die Auswirkungen des Krieges beim Gaspreis jedoch deutlicher spürbar und führten vor allem im März zu Preisanstiegen von über 100 % im Vergleich zum Februar.
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