Energieatlas-Newsletter 064 - 2026.05
Liebe Leserinnen und Leser,
Nach der Veröffentlichung unseres von Grund auf neu aufgesetzten Energieatlas NRW Ende März haben wir zum 01.05.2026 die erste große Daten-Aktualisierung angestoßen. Denn nun werden nicht nur die Daten aus unserem Monitoring monatlich aktualisiert, sondern auch große Teile der Kartenanwendung. Dies betrifft die Daten zu den Anlagen der Energieerzeugung. Also auch die Genehmigungen, Inbetriebnahmen und Stilllegungen können nun auch monatlich in der Kartenanwendung nachvollzogen werden.
Nach einem etwas verregneten Start in den Mai, hat sich in den letzten Tagen auch wieder die Sonne häufiger in NRW gezeigt. Insbesondere für Besitzer:innen von Photovoltaikanlagen ist das erfreulich. Passend dazu findet sich ein neuer Bereich zur Freiflächen-Photovoltaik in den Energiedaten NRW. Ebenso stellen wir Ihnen in diesem Monat unser neues Dashboard zur Kommunalen Wärmeplanung vor, in dem die Daten aus den beim LANUK eingereichten Wärmeplänen für NRW ausgewertet werden.
Wir wünschen Ihnen wie immer eine schöne Lektüre,
Ihr Energieatlas-Team
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Rückblick
- Update Energieatlas: Neuer Datenstand 01.05.26
- Windenergiemonitoring NRW: Aktualisierung und Auswertung über aktuelle Anlagentypen
- Transparenzplattform NRW: 54 neue Vorhaben
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Einblick
- Energieatlas Spotlight: Neues Freiflächen-PV Monitoring im Energieatlas!
- Das Dashboard Kommunale Wärmeplanung ist online
- Genehmigungsmonitoring Windenergie aktualisiert!
- Strommarktmonitoring: Erneut negative Strompreise im Blickpunkt
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Rundblick
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Ausblick
Rückblick
Update Energieatlas: Neuer Datenstand 01.05.26
Mit Datenstand zum 01.05.2026 wurde der Energieatlas NRW aktualisiert. Das heißt unser Monitoring wurde auf den neusten Stand gebracht. Neben den Neuerungen im Windenergiemonitoring betrifft das natürlich auch unsere Energiedaten. Hier lassen sich Daten zum Ausbaustand der Erneuerbaren Energien finden, aber auch zur Mobilität und den Treibhausgasen in NRW.
So ist zum Beispiel erkennbar, dass nach Abzug der Stilllegungen im April 104 Megawatt (MW) Leistung in NRW über Photovoltaik hinzugebaut wurde. Insgesamt sind nun 14,9 Gigawatt (GW) an Photovoltaikleistung in NRW in Betrieb. Davon fallen 89 % auf bauliche Anlagen, 2 % auf Steckersolaranlagen und 9 % der Leistung wird über Anlagen in der freien Fläche bereitgestellt.
Die Kartenanwendung wurde ebenfalls aktualisiert. Auch hier haben die Daten zu den Anlagen nun den Datenstand 01.05.2026. So sehen wir, dass zurzeit 44 Batteriegroßspeicher über 1 MW in NRW in Betrieb sind, das entspricht einer Leistung von 620 MW. Zusätzlich sind 5 weitere Anlagen desselben Typs der Speicher genehmigt. Diese kommen nach Inbetriebnahme auf eine Leistung von 264 MW.
Windenergiemonitoring NRW: Aktualisierung und Auswertung über aktuelle Anlagentypen
Im April 2026 wurden 9 Windenergieanlagen (WEA) neu installiert, bei einer Stilllegung entspricht das einem Zuwachs an installierter Leistung von 46 MW. So sind nun insgesamt 4.072 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 9,5 Gigawatt (GW) in NRW in Betrieb.
In diesem Monat haben wir unsere Daten zu Windenergieanlagen in NRW einmal hinsichtlich der zugebauten Typen näher angeschaut.
Seit Jahresbeginn sind 69 WEA neu in Betrieb gegangen. Die mittlere Leistung der Anlagen beträgt rund 5,5 MW mit einer mittleren Nabenhöhe von 151 m und einem Rotordurchmesser von 154 m. Über 80% der neu installierten Anlagen verteilen sich auf folgende TOP 6 Anlagentypen:
| Hersteller | Typ | Leistung [kW] | Gesamthöhen (m) | Anzahl | |
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1 |
ENERCON | E-160 | 5.560 | >230 | 13 |
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2 |
ENERCON | E-138 | 4.200 | 199 - 226 | 11 |
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3 |
ENERCON | E-175 | 6.000 | 249 | 10 |
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4 |
GE Vernova | GE 6.0-164 | 6.000 | 249 | 8 |
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5 |
Nordex SE | N163 | 6.800-7.000 | 245 | 7 |
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5 |
Nordex SE | N149 | 4.500-5.700 | 180-215 | 7 |
| Summe | 56 |
Überwiegend kommen moderne Anlagen mit hoher Leistung und hohen Gesamthöhen zum Einsatz. Darüber hinaus wurden 8 weitere Anlagen des Herstellers Vestas (V150, V162 und V170) mit einer Nennleistung von jeweils über 5.600 kW installiert. Dreimal wurde eine Nordex N133 mit 4.800 kW errichtet. Die verbleibenden zwei Anlagen sind eine Windwise maxcap 141 mit 2.300 kW und eine Kleinwindenergieanlage mit 6,5 kW.
Transparenzplattform NRW: 54 neue Vorhaben
Seit dem letzten Update (02.03.2026) der Transparenzplattform NRW sind 54 neue Vorhaben mit insgesamt 149 Anlagen veröffentlicht worden. Dies entspricht einem Zuwachs an Leistung von rund 969 Megawatt. Außerdem wurden für 7 weitere Vorhaben Beteiligungsvereinbarungen getroffen.
Insgesamt befinden sich nun 377 Vorhaben mit 921 Anlagen, die eine Leistung von 5.789 MW aufweisen, auf der Plattform. Für nun 52 Vorhaben konnte eine Beteiligungsvereinbarung geschlossen werden. Zu erkennen sind die geschlossenen Vereinbarungen an dem grünen Umkreis um die Anlage(n) in der Transparenzplattform. Für solche Anlagen mit blauen Umkreisen wurde noch keine Beteiligung der Bezirksregierung Arnsberg vorgelegt. Gelb zeigt an, dass hier bereits ein Beteiligungsentwurf vorliegt.
Oftmals beinhaltet ein Vorhaben mehrere Anlagen: 56 % der 377 Vorhaben werden mit 2 oder mehr Anlagen beantragt. Wobei mit 166 Vorhaben viele Vorhaben 2 – 4 Anlagen aufweisen. Ebenfalls 166 Vorhaben bestehen aus jeweils einer Anlage.
In folgenden Städten und Gemeinden sind neue Vorhaben hinzugefügt worden:
Aldenhoven | Bad Berleburg | Bad Wünnenberg | Balve | Bestwig | Beverungen | Blomberg | Borchen | Borgentreich | Brakel | Büren | Delbrück | Erkelenz | Eslohe (Sauerland) | Everswinkel | Geldern | Hückeswagen | Hünxe | Issum | Jüchen | Jülich | Marienmünster | Marsberg | Meinerzhagen | Neuss | Nieheim | Ostbevern | Paderborn | Plettenberg | Rhede | Saerbeck | Schmallenberg | Simmerath | Soest | Steinheim | Sundern (Sauerland) | Viersen | Warburg | Warendorf | Warstein | Willebadessen
Auf der Transparenzplattform NRW sind alle Windenergievorhaben zu finden, die unter das Bürgerenergiegesetz NRW fallen und somit eine Beteiligung von Seiten der Vorhabenträger angeboten werden muss. Der neueste Abruf der Transparenzplattform wurde am 04.05.2026 durchgeführt. Neben den bekannten Informationen zu Anzahl der Vorhaben und der Anlagen sowie der Leistung, finden sich auch Auswertungen bezüglich der Beteiligungsmodelle sowie der Städte und Gemeinden in der Exceltabelle.
Einblick
Energieatlas Spotlight: Neues Freiflächen-PV Monitoring im Energieatlas!
Sowohl der Bund als auch das Land Nordrhein-Westfalen verfolgen ambitionierte Ziele für den Ausbau der Photovoltaik. Dabei kommt der Freiflächen-Photovoltaik eine zentrale Rolle zu. Ziel ist es, die kombinierte Leistung von Freiflächen-PV und gebäudegebundener PV in Nordrhein-Westfalen bis 2030 auf mindestens 21 Gigawatt zu steigern (Energie- und Wärmestrategie NRW). Um diesen Prozess zu analysieren, erstellt das LANUK jährlich einen Monitoringbericht über den Ausbau der Freiflächen-PV. Ein Großteil der Diagramme ist nun auch online in den Energiedaten des Energieatlas, dem Freiflächen-PV-Monitoring, verfügbar. Die Diagramme werden monatlich aktualisiert.
Zum Stichtag 1. Mai 2026 waren in Nordrhein-Westfalen insgesamt 611 Freiflächen-Photovoltaikanlagen mit einer Leistung ab 100 kW in Betrieb. Gemeinsam erreichten sie eine installierte Gesamtleistung von rund 1.269 MW. Damit entfielen etwa 9 Prozent der gesamten Solarstromleistung des Landes von insgesamt 14,9 GW auf Freiflächenanlagen.
Die meisten Anlagen befinden sich aktuell in den Planungsregionen Köln und Detmold. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei die Region Köln, in der allein im Jahr 2025 zusätzliche 136 MW Leistung hinzugekommen sind. Auf Ebene der Kreise lagen der Rhein-Kreis Neuss sowie der Rhein-Erft-Kreis bei der installierten Leistung landesweit vorne.
Der Ausbau erfolgt weiterhin überwiegend über klassische Freiflächenanlagen. Rund 96 % aller Anlagen wurden im Jahr 2025 in konventioneller Bauweise umgesetzt. Daneben entstanden vereinzelt Anlagen auf großen Parkplatzflächen sowie eine schwimmende PV-Anlage (Floating-PV).
Die Auswertung der Ausbauschwerpunkte zeigt zudem einen starken Zuwachs innerhalb der baurechtlich privilegierten Flächenkulisse. Dort erhöhte sich die installierte Leistung von 144 MW im Jahr 2024 auf 309 MW im Jahr 2025 und damit auf mehr als das Doppelte. Insgesamt entfallen aktuell 27 % der installierten Gesamtleistung auf diese Flächen.
Insgesamt setzte sich der deutliche Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik in Nordrhein-Westfalen auch in 2025 und den ersten Monaten des Jahres 2026 fort. Trotz dieser positiven Entwicklung besteht weiterhin erheblicher Ausbaubedarf: Um das Landesziel von mindestens 21 GW Photovoltaikleistung bis 2030 zu erreichen, müssen in den kommenden Jahren noch mindestens 6,4 GW zusätzliche Leistung aus Gebäude- und Freiflächenanlagen installiert werden.
Das Dashboard Kommunale Wärmeplanung ist online
Neu im Energieatlas ist auch das Dashboard zur Kommunalen Wärmeplanung. Damit steht nun erstmals eine zentrale Übersicht zum aktuellen Stand der Wärmeplanung in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Grundlage sind die beim LANUK eingereichten Wärmepläne.
LANUK NRW
Mit Stand April 2026 haben 75 Kommunen ihre Wärmepläne im Fachzentrum Klima NRW des LANUK eingereicht. Das entspricht insgesamt knapp 19,8% der Landesfläche und etwa 20,6% der Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen.
Neben kartografischen Darstellungen wie der Übersicht über die bislang beim LANUK eingereichten Wärmepläne, bietet das Dashboard zahlreiche Datenvisualisierungen über den Planungsstand und ermöglicht allen Interessierten, sich ein detailliertes Bild über die von den Kommunen erhobenen Daten zur Planung ihrer Wärmeversorgung zu verschaffen.
Das Dashboard ist damit ein zusätzliches Angebot zu den zweijährlich erscheinenden Monitoringberichten, mit dem Ziel, eine transparente und regelmäßig aktualisierte Datenlage zur Verfügung zu stellen. Dabei umfasst die Seite unter anderem Informationen zu den gewählten Basis- und Zieljahren, zum Verlauf der Treibhausgasemissionen aus dem Wärmesektor sowie die Verteilung der in Zukunft eingeplanten Endenergieträger. Die Daten der bisher geprüften Wärmepläne zeigen unter anderem, dass aktuell 70 % der Bestandswärmeversorgung auf Erdgas entfallen. Mit dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung sollen fossile Energieträger bis zum Jahr 2045 vollständig aus der Wärmeversorgung verschwinden. Während die bisherige Datenlage noch nicht repräsentativ für das gesamte Land ist, lassen sich jedoch schon erste Trends erkennen, welche nachhaltigen Energieträger von den Kommunen in Zukunft eingeplant werden.
Für die detaillierten Darstellungen wurden alle Wärmepläne berücksichtigt, bei denen die Prüfung durch das LANUK vollständig abgeschlossen wurde. Weitere Informationen zur Datengrundlage finden Sie auf der Webseite.
Mit dem neuen Dashboard Kommunale Wärmeplanung ermöglichen wir nun einen wertvollen Überblick für Kommunen, Fachakteure, Energieversorger, Politik und alle, die die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen begleiten und sich dafür interessieren.
Genehmigungsmonitoring Windenergie aktualisiert!
Das Genehmigungsmonitoring Windenergie wurde aktualisiert und beinhaltet nun auch Daten aus dem ersten Quartal 2026. Der ausgewertete Datensatz hat den Stand 28.04.2026.
In den ersten drei Monaten des Jahres wurden insgesamt 152 neue Anlagen genehmigt. Nach einem starken Ausbaujahr 2025 ist das der niedrigste Wert für ein Quartal seit dem zweiten Quartal 2024. Insgesamt wurden seit Beginn des Genehmigungsmonitorings am 01.01.2023 nun 2.146 Neugenehmigungen und Änderungsgenehmigungen für Repowering von den Regionalinitiativen Wind (RIW) gemeldet. Summiert ergibt das eine genehmigte Leistung von über 12,8 GW.
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2025 Q1 |
2025 Q2 |
2025 Q3 |
2025 Q4 |
2026 Q1 |
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Neugenehmigung |
278 |
155 |
174 |
224 |
125 |
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Repowering |
18 |
19 |
27 |
57 |
27 |
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Genehmigungen (Gesamt) |
296 |
174 |
201 |
281 |
152 |
Der Trend zu geringeren Verfahrensdauern setzt sich unterdessen fort. Während im Jahr 2024 im Mittel noch 17 Monate zwischen dem ersten Einreichen der Unterlagen und der Genehmigungserteilung lagen, waren es im Jahr 2025 nur 14,3 Monate. Die Verfahrensdauer der 125 im ersten Quartal 2026 erteilten Neugenehmigungsverfahren betrug durchschnittlich 10,7 Monate.
Zum Ende des ersten Quartals mit Stichtag 31.03.2026 werden im Genehmigungsmonitoring noch 1.069 offene Verfahren zu Neugenehmigen und Repowering festgestellt. Die Zahl der offenen Verfahren ist nun das zweite Quartal in Folge rückläufig. Im dritten Quartal 2025 befanden sich noch 1.364 Genehmigungsanträge im Verfahren.
Mehr Informationen und Auswertungen zum Genehmigungsmonitoring finden Sie in der Tabelle
Strommarktmonitoring: Erneut negative Strompreise im Blickpunkt
Im April 2026 machte erneut der Strompreis auf sich aufmerksam. An zahlreichen Tagen wurde an der europäischen Strommarktbörse (EPEX-Spot) in den Mittagsstunden negative Strompreise abgerufen. Negative Strompreise an der Strommarktbörse sprechen häufig für einen Angebotsüberschuss auf dem Strommarkt. Gerade bei sonnigen Wetterlagen mit hohen Erzeugungsspitzen aus Photovoltaik schwanken die Werte im Tagesverlauf sehr deutlich. Morgens und abends, wenn die Erzeugung durch solare Strahlungsenergie noch sehr gering ist und der Stromverbrauch vergleichsweise hoch, werden die höchsten Preise abgerufen. In den Mittagsstunden sank der Preis im April regelmäßig auf Werte um die 0 € / MWh.
Immer häufiger fällt der Strompreis aber auch in den negativen Bereich. Besonders an Wochenenden oder Feiertagen, an denen der Nettostromverbrauch vergleichsweise gering ist, treten diese Fälle auf. So sank der Strompreis an den Ostertagen teilweise auf unter -100 € / MWh. Am Sonntag dem 26. April wurde in um 14 Uhr sogar ein Viertelstundenwert von -480 € / MWh erreicht. Nur am 2. Juli 2023 wurde mit -500 € / MWh ein noch niedrigerer Wert gemeldet. Dieser Extremwertrekord wurde schließlich am 1. Mai, also erneut einem Feiertag, eingestellt. Über eine Stunde lang wurden Werte von knapp -500 € / MWh abgerufen.
Dass die Werte auf genau -500 €/MWh sanken ist dabei kein Zufall. Hierbei handelt es sich um die Mindestpreisgrenze auf den gekoppelten europäischen Day-ahead-Strombörsen (SDAC) (Quelle: PV-Magazine). Da innerhalb kurzer Zeit Werte nahe der Mindestpreisgrenze erreicht wurden, wird diese Preisgrenze zukünftig um 100 € auf 600 € / MWh abgesenkt.
Der Einfluss der Erneuerbaren Energien wird auch bei der Betrachtung der Nettostromerzeugung deutlich. Der Anteil der Erneuerbaren betrug im April fast 42 %. Die absoluten Werte liegen mit 2,3 TWh etwas höher als in den vergangenen Jahren (April 2025: 2,1 TWh). Für konventionelle Energien ist eine deutlich geringere Erzeugung festzustellen. Etwa 3,2 TWh wurden in NRW durch diese erzeugt. In den Aprilmonaten 2024 und 2025 wurden jeweils etwas mehr als 4 TWh aus fossilen Energieträgern erzeugt.
Rundblick
Klimaanalyse NRW 2026 ist im Klimaatlas veröffentlicht und steht zum Download bereit
Das lange Warten hatte Ende März ein Ende, seitdem steht die neue Klimaanalyse NRW 2026 allen Nutzerinnen und Nutzern im Klimaatlas NRW zur Verfügung – ein Meilenstein was die landesweite Betrachtung der thermischen Belastung angeht. Die nun deutlich höher aufgelöste Klimaanalyse liefert Kommunen und Planungsbehörden eine präzisere Grundlage, um Hitzeschutz vor Ort zu planen – dabei wird erstmals auch die Betroffenheit besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen in den Blick genommen.
Die neue Klimaanalyse richtet sich vor allem an Planerinnen und Planer, Klimamanagerinnen und Klimamanager in Städten, Gemeinden und Kreisen, an die Regionalplanung sowie an Fachbüros, aber auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Mithilfe der Karten lassen sich Grundlagen für Klimaanpassungskonzepte entwickeln, Maßnahmenpläne schärfen und örtliche Entscheidungen fachlich abwägen oder untermauern.
Im Vergleich zur ersten landesweiten Klimaanalyse aus dem Jahr 2018 wurde die Untersuchung grundlegend weiterentwickelt. Die Modellierungen erfolgten nun in einer räumlichen Auflösung von 25 Metern mal 25 Metern statt wie zuvor in einer Auflösung von 100 Metern mal 100 Metern. Damit ist die neue Analyse 16-fach höher aufgelöst. Kleinräumige Unterschiede innerhalb von Städten und Gemeinden werden dadurch deutlich besser sichtbar. Wo sich Hitze besonders staut, wo Freiräume kühlend wirken und wo planerische Eingriffe besonders notwendig sind, lässt sich damit wesentlich genauer erkennen. Zudem wurden für die Klimaanalyse neue Datengrundlagen zu Siedlungs- und Gebäudestrukturen sowie zur Flächennutzung herangezogen. Des Weiteren flossen kleinräumige Bevölkerungsdaten aus dem ZENSUS 2022 systematisch ein. So verbessert sich nicht nur die Aussagekraft der Karten, sondern auch die fachliche Grundlage für kommunale Abwägungen.
Neu ist der deutlich ausgebaute Bereich der Betroffenheitsanalyse. Die Klimaanalyse betrachtet nicht nur, wo es besonders heiß wird, sondern auch, wo Menschen leben, die gegenüber Hitze besonders empfindlich sein können, um Mehrfachbelastungen räumlich besser sichtbar zu machen. Zu diesem Zweck wurden kleinräumige Bevölkerungsdaten, beispielsweise zu hochaltrigen Menschen und Kleinkindern, ausgewertet und mit den hitzebelasteten Bereichen überlagert. Ergänzend wurde die durchschnittliche Nettokaltmiete als Annäherungswert für die Armutsgefährdung herangezogen. So können Quartiere identifiziert werden, in denen Klimaanpassungsmaßnahmen besonders prioritär sind.
Das Kartenwerk der Klimaanalyse umfasst eine Klimatopkarte, Klimaanalysekarten für Tag und Nacht, eine neue Planungshinweiskarte, eine Karte regional bedeutsamer Klimafunktionen sowie die Karten zur Betroffenheit besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen. Zu jeder Karte werden Methodik-Papiere bereitgestellt, die die Datengrundlagen und die Vorgehensweise transparent erläutern. Der Fachbericht 171 gibt zudem einen Überblick über die Methodik und Ergebnisse der Klimaanalyse NRW 2026.
Zusätzlich ist die Klimaanalyse NRW 2026 auch auf OpenGeodata.NRW zum Download verfügbar. Die Veröffentlichung auf OpenGeodata.NRW ermöglicht einen direkten Zugriff auf die Datensätze und unterstützt so die breite Anwendung in Verwaltung, Planung und Wissenschaft. Abrufbar ist das neue Angebot direkt unter diesem Link.
Ausblick
Klima um 10: Der neue Energieatlas NRW – Karten, Daten und Werkzeuge für die kommunale Energiewende
Am 09. Juni sind wir bei Klima um 10, der NRW.Energy4Climate. Hier geben wir Einblicke in den neuen Energieatlas NRW und wie ihn insbesondere die Kommunen in NRW nutzen können. Der neue Energieatlas NRW bietet Kommunen einen schnellen Zugang zu Karten, Daten und Werkzeugen rund um Energiewende und Wärmeplanung. In „KLIMA UM 10“ zeigen wir in einem kurzen Impuls, was neu ist, welche Inhalte besonders relevant sind und wie Kommunen den Energieatlas konkret für ihre Praxis nutzen können. Nach dem Vortrag von Christina Seidenstücker vom Fachzentrum Klima NRW spricht die Landwirtschaftskammer NRW über Ihre Rolle als Stakeholder in der Kommunalen Wärmeplanung.
Das digitale Veranstaltungsformat „KLIMA UM 10“ ist ein bei Kommunalvertreter:innen und Energie- und Klimaschutzmanager:innen von Kommunen ein beliebtes Format, das kompakt über aktuelle Fachthemen informiert. Das Team des regionalen und kommunalen Klimaschutzes der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate versammelt hier jede Woche Fachexpert:innen und Praktiker:innen, denen am Ende Fragen gestellt werden können.
Eine Anmeldung ist bei NRW.Energy4Climate möglich.