Solarkataster erklärt
Auf dieser Seite finden Sie ein FAQ zum Solarkataster sowie weitere Hinweise und Hilfestellung zur Nutzung der Themenkarte.
FAQ
Im Solarkataster NRW können Sie eine Photovoltaikanlage auf einer Dach- oder Freifläche bzw. eine Solarthermieanlage auf einer Dachfläche planen. Für alle drei Varianten stehen Ihnen Solarrechner zur Verfügung, die Ihnen erste Planungshinweise für die Konfiguration der Anlage geben. Hier haben wir die Frequently Asked Questions gesammelt.
Als Solarstrom oder auch Photovoltaik (PV) bezeichnet man die direkte Umwandlung von Lichtenergie (Sonnenlicht) in elektrische Energie. Dazu werden Photovoltaikmodule genutzt, die bspw. auf dem Dach, an der Fassade oder auch aufgeständert im Freiland montiert werden. Diese erzeugen geräuschlos Strom ohne Abgase (z.B. CO2) zu produzieren.
Die Einspeisung des produzierten PV-Stroms in das Netz wird seit Jahren durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz [EEG] vergütet. Dieses wird alle paar Jahre den allgemeinen technischen und energiepolitischen Entwicklungen angepasst. Durch die massiven Preissenkungen der Technik der letzten Jahre sind die Stromgestehungskosten durch Photovoltaikanlagen jedoch so stark gesunken, dass sie heute deutlich unter dem Preisniveau von Haushaltsstromtarifen liegen. Für die Wirtschaftlichkeit einer Anlage ist es also sinnvoll, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen. Um diesen Anteil zu erhöhen, ist es heutzutage möglich Batteriespeicher zu nutzen, um den Strom auch zeitversetzt im eigenen Haushalt nutzen zu können.
Die Photovoltaik ist durch ihre CO2-neutrale und umweltfreundliche Art der Stromgewinnung aus dem Energiemix der Zukunft nicht mehr wegzudenken. Weitere umfangreiche Informationen, bspw. zur Technik und aktuellen Kennwerten, stellen Ihnen die Verbraucherzentrale NRW bereit.
Durch die gefallenen Vergütungssätze nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird oft verbreitet, dass sich PV nicht mehr lohnen würde. Gleichzeitig sind aber die Anlagenpreise in den letzten Jahren massiv gesunken und die Strompreise gestiegen, so dass PV in den meisten Fällen eine lohnende Investition ist. Über dieses Solarkataster können Sie individuell für Ihr Gebäude die Wirtschaftlichkeit abschätzen. Klicken Sie dazu in der Karte auf Ihr Gebäude und lassen sich durch den Ertragsrechner leiten.
Im Solarkataster NRW wird angenommen, dass alle Flächen grundsätzlich erst einmal für eine Photovoltaik-Nutzung geeignet sind. Eine gute Wirtschaftlichkeit ist heutzutage nämlich immer vom Eigenverbrauch abhängig. Im Vergleich: Für jede eingespeiste kWh bekommt der Betreiber derzeit nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 13 Cent/kWh (Januar 2024) vergütet, wenn er den gesamten Strom ins Netz einspeist. Nutzt der Besitzer den Strom jedoch selbst, spart er den Strom aus dem Netz ein, der derzeit rund 32-40 Cent/kWh kostet. Eine Anlage mit weniger guten Einstrahlungswerten kann durch eine hohe eigene Nutzung des produzierten Strom also sehr wohl wirtschaftlich betrieben werden. So kann man bei nicht zu steilen Dächern in manchen Fällen sogar auch das Norddach belegen. Es ist also immer wichtig, jedes Dach einzeln zu betrachten und dabei neben der Einstrahlung das Verbrauchsverhalten für Strom im Haushalt zu berücksichtigen. Diese Möglichkeit bietet der Ertragsrechner Photovoltaik (dieser öffnet sich automatisch beim Klicken auf ihr Haus).
Eine Möglichkeit Photovoltaik im kleinen Stil zu nutzen sind Stecker-Solarmodule beispielsweise für Balkone oder Terassen. Die Verbraucherzentrale NRW hat dazu die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Im Solarkataster bieten wir dafür den Ertragsrechner "Steckersolar, Photovoltaik an Neubauten und Fassasen" an.
Das Solarkataster umfasst alle Gebäude, die bis Ende 2022 in den Karten der Gebäudeumrisse (ALKIS-Daten) eingetragen waren. Danach eingetragene oder neue Gebäude konnten leider nicht berücksichtigt werden. Diese werden bei der nächsten Aktualisierung berücksichtigt.
Mit dem Ertragsrechner "Photovoltaik an Neubauten und Fassaden" können Sie auch für fehlende Gebäude eine Berechnung durchführen. Über die Eingabe der Neigung, der Ausrichtung und der Größe der Dachfläche können Sie dann ebenso eine PV-Anlage planen.
Ja, dies ist möglich! In der Praxis gibt es sehr gute Lösungen, bei denen das Substrat und die Pflanzen das Auflastsystem der aufgeständerten Solaranlage ersetzten, so dass kein Durchdringen der Dachhaut nötig ist. Zuvor sollten allerdings die Statik und der allgemeine Bauzustand des Gebäudes überprüft werden. Für eine fachgerechte Ausführung sollte in jedem Fall eine Fachfirma hinzugezogen werden. Das Gründachkataster des LANUK erreichen Sie unter www.gruendachkataster.nrw.de .
Eine Kombination mit einer Dachbegrünung bringt verschiedene Vorteile mit sich, wie z.B.:
- Eine Verringerung der Oberflächentemperaturen durch Verdunstungskälte sowie eine wirkungsvolle Rückhaltung des Regenwassers. Damit mildert eine Dachbegrünung die Folgen des Klimawandels (Hitze und Starkregen) in den Städten ab.
- positive Effekte auf die Stromgewinnung der PV-Anlage, da die Kühlung eine Wirkungsgradsteigerung der PV-Anlage bewirkt.
- Etablierung einer höheren Pflanzenvielfalt, da die Verschattungseffekte der Module auf dem Dach Unterschiede in der Lichteinstrahlung und Wasserversorgung erzeugen
- Sommerlicher Wärmeschutz für das Gebäude
- bessere Luft durch die Filterwirkung der Pflanzen
Solarthermische Anlagen werden in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen vorwiegend zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung eingesetzt. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise Schwimmbaderwärmung, Erzeugung von Prozesswärme in der Industrie und „solare Kühlung“.
Das Herzstück einer thermischen Solaranlage ist der Kollektor. Bei den Kollektoren unterscheidet man zwischen Flachkollektoren und Röhrenkollektoren. Aufgrund des Funktionsprinzips lassen sich mit Röhrenkollektoren gegenüber Flachkollektoren höhere Betriebstemperaturen und bei gleicher Absorberfläche höhere Energieerträge erreichen. Diesen Vorteilen stehen höhere Investitionskosten als Nachteil gegenüber.
Ein Flachkollektor ist die am weitesten verbreitete Bauform eines Kollektors. Er besteht aus einem selektiv beschichteten Absorber, der zur Absorption („Aufnahme") der einfallenden Sonnenstrahlung und ihrer Umwandlung in Wärme dient. Zur Minimierung von thermischen Verlusten wird dieser Absorber in einen wärmegedämmten Kasten mit transparenter Abdeckung (meistens Glas) eingebettet. Der Absorber wird von einer Wärmeträgerflüssigkeit (üblicherweise ein Gemisch aus Wasser und ökologisch unbedenklichem Frostschutzmittel) durchströmt, die zwischen Kollektor und Warmwasserspeicher zirkuliert. Thermische Solaranlagen werden über einen Solarregler in Betrieb genommen. Sobald die Temperatur am Kollektor die Temperatur im Speicher um einige Grad übersteigt, schaltet die Regelung die Solarkreis-Umwälzpumpe ein und die Wärmeträgerflüssigkeit transportiert die im Kollektor aufgenommene Wärme in den Warmwasserspeicher.
Die konventionelle Heizung gewährleistet über den Ladekreis, dass auch dann ausreichend warmes Wasser zur Verfügung steht, wenn die Solaranlage keine oder zu wenig Nutzenergie liefert. Solaranlagen lassen sich problemlos in die Gebäudetechnik integrieren. Damit ergänzt eine moderne thermische Solaranlage, die mit mindestens 20 Jahren die Lebensdauer eines Heizkessels übertrifft, die konventionelle Heiztechnik ideal.
Bei typischer Anlagenkonfiguration können ca. 60 % des Warmwasserbedarfs von Ein- und Zweifamilienhäusern gedeckt werden. Heizungsunterstützende Solaranlagen decken bei üblicher Dimensionierung in Abhängigkeit des Dämmstandards des Gebäudes ca. 10 % bis 30 % des Heizwärmebedarfs. Bei Niedrigenergiehäusern kann sogar mehr als 50 % des Gesamtwärmebedarfs solar abgedeckt werden.
Weitere Informationen zum Thema Solarthermie stellt die Verbraucherzentrale NRW bereit.
Dafür gibt es verschiedene Gründe. Für die Photovoltaik sind in der Regel Betriebe aus der Elektro-Innung zuständig, für die Solarthermie Betriebe aus der Sanitär- und Heizungs-Innung. Es sind also völlig verschiedene Handwerksunternehmen. Es würde also keinen Sinn machen, einem Handwerksbetrieb eine gemeinsame Wirtschaftlichkeitsrechnung zu zeigen. Darüber hinaus sind die beiden Themen völlig unabhängig voneinander zu planen, zu installieren und die Wirtschaftlichkeit zu berechnen. Auch die Fördermittel sind verschiedene. Im schlimmsten Fall kann es bei einer gemeinsamen Betrachtung passieren, dass eine möglicherweise sehr gute Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik durch einen negativen Ertrag bei der Solarthermie relativiert wird. Wir empfehlen daher, beide Funktionsweisen separat voneinander zu betrachten.
Sie können das Solarkataster über den Link www.solarkataster.nrw.de auf Ihrer Seite einbinden.
Es besteht auch die Möglichkeit, die Kartenansicht des Solarkatasters z.B. auf Ihr Stadt- oder Gemeindegebiet voreinzustellen und diese Ansicht per Link auf Ihrer Internetseite einzubinden. Stellen Sie Ihre passende Kartenansicht ein, indem Sie beispielsweise auf ihr Stadtgebiet zoommen und/oder die Hintergrundkarten ändern. Gehen Sie anschließend auf das Werkzeug "Ansicht teilen" rechts oben in der Kartenanwendung. Kopieren Sie den dort generierten Link und binden diesen auf Ihrer eigenen Internetseite ein.
Sie können als Eigentümer eines Gebäudes der Veröffentlichung Ihrer Gebäudedaten und der zugehörigen Ertragsberechnung widersprechen. Die Daten werden dann aus dem Solarkataster NRW entfernt.
Bitte schicken Sie Ihren Widerspruch schriftlich per Email an die Adresse Fachbereich37@lanuk.nrw.de .
Geben Sie bitte unbedingt Ihre Adresse und die Gebäude-ID an. Die Gebäude-ID wird Ihnen angezeigt, wenn Sie mit der Maus über Ihr Gebäude fahren und dort kurz verharren.
Hilfestellungen zur Nutzung des Solarkatasters
Dokument zur Erklärung der Karten im Energieatlas
Energieatlas NRW Anleitung Karte - Langfassung
Dokument zur Erklärung des Solarrechners PV-Dachflächen.
Energieatlas NRW_Anleitung Solarrechner_PV-Dach.pdf
Dokument zur Erklärung des Solarrechners für Steckersolar, Neubauten und Fassaden.
Energieatlas NRW_Anleitung Solarrechner_Steckersolar-Neubauten-Fassaden.pdf
Dokument zur Erklärung des Solarrechners Freiflächen-Photovoltaik.